Finstergrund Stollen IV

Hintergrund des Projekts

 

Das Besucherbergwerk "Finstergrund" erhält seine Bewetterung (Frischluft) über ein Wetterloch im Bereich Knöpflesbrunnen. Im Jahr 2016 wurde festgestellt, das die Bewetterung stark nachgelassen hat und durch den schlechten Zustand des Wetterlochs sowie der Rolllöcher im Stollen V ist es zu befürchten, das sich die Bewetterung weiter verschlechtert. Eine Sicherung des Wetterlochs in sehr schwer zugänglichem Gelände ist nur sehr schwer durchzuführen und eine künstliche Bewetterung mittels Ventilatoren ist zwar technisch möglich, jedoch in Anschaffung und Unterhalt mit massivem Kostenaufwand verbunden. Daher hat sich der Bergmannsverein entschlossen, den zugesprengten Stollen IV wieder aufzuwältigen, um über Ihn zukünftig die Bewetterung des Besucherbergwerks sicherzustellen.

 

 

Hauptgrund des Projektes: Wetterloch oberhalb des Finstergrund Stollen I, der Zusatand wird immer schlechter. Bild: M. Wietzel

Lage

 

Der Stollen IV liegt ungefähr 65m oberhalb von Stollen V und ist mit ihm durch Abbaue und die 18m Sohle verbunden; allerdings wurde er nach Ende der Betriebszeit durch Sprengen des Mundlochbereichs unzugänglich gemacht.

 

 

Seigerriss Finstergrund

Verlauf der Arbeiten und Fortschritt

 

2019

Nachdem der erste Bruch erfolgreich überwunden war, kam nach ca. weiteren 25m Metern leider auch schon der nächste Bruch zum Vorschein. Mit der Motivation nach der Durchörterung des ersten Bruches wird auch der zweite bewältigt.

 

2018

Das Sichern und Rausfördern des ersten Bruches war eines der Schwerpunkte der Arbeiten in 2018. Dabei wurde mit der Vorpfändetechnik mühsam Meter für Meter gesichert. Dafür wurden Leitplanken mit einem Presslufthammer schräg nach oben getrieben, sodass kein Material mehr nachrutscht und dahinter der nächste Ausbau gestellt werden kann. Sowie der Ausbau steht und gesichert ist, werden die überstehenden Leitplanken abgesägt. Ende des Jahres war der Bruch beseitigt und wir waren wieder in festem Gebirge. Der Stollen IV ist zu diesem Zeitpunkt mit über 50m mit massivem Stahlausbau verbaut und gesichert.

 

2017

In diesem Jahr bestand der Schwerpunkt der Arbeiten im Stollen IV bei der Herstellung, Transport und Montage der Stahlausbaue. Geschweißt wurden die Ausbaue neben dem Lokschuppen in nächster Nähe zum Besucherbergwerk, der Transport erfolgte mittels Allrad-LKW über den schwierigen Forstweg. Anschließend erfolgte die Aufrichtung und Montage der Baue mithilfe unseres Eicher-Untertageschleppers. Nach der Montage wurden die Baue seitlich mit losen Gestein verfüllt und mit Leitplanken abgedeckt. 

 

2016

Nachdem die offizielle Zulassung des Hauptbetriebsplanes durch das LGRB im Juli 2016 erteilt wurde, konnte am 05.08.2016 das Stollenmundloch mittels eines Baggers geöffnet werden. Es kamen dabei alte Holzausbaue aus der Betriebszeit zum Vorschein, welche dokumentiert wurden. Zur Sicherung der Strecke kommen Rundbogen-Stahlausbaue und Leitplanken zum Einsatz. Diese werden beim Grubenvorplatz des Stollen V geweißt und montiert, anschließend erfolgt der Transport zum Stollen IV.

Im Dezember konnten bereits die massiv geschweißten Tore des Stollenmundlochs eingebaut werden, somit ist der Stollen IV ab sofort fachmännisch gesichert und kann weiter aufgewältigt werden.

 

Stollenausbauprofil
Vorpfänden an der Ortsbrust

Beim Vorpfänden. Bild: M. Wietzel

Luttenrohre stellen die Bewetterung vor Ort sicher

Luttenrohre stellen die Bewetterung mit Frischluft sicher. Bild: M. Wietzel

Blick vom Stollenmundloch nach draußen

Blick vom Stollen IV nach draußen. Bild: M. Wietzel

Besprechung "vor Ort"

Besprechung "vor Ort" am Bruch. Bild: M. Wietzel

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Materialtransport zum Stollen IV mittels Eicher-Schlepper. Bild: M. Wietzel

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Ausbaue vor dem Abdecken mit Leitplanken und Verfüllen mit losem Gestein. Bild: M. Wietzel

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Vor Ort am fast beseitigten Bruch. Bild: M. Wietzel

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Förderung der Bruchmasse nach Übertage mit dem Eicher-Schlepper. Bild: M. Wietzel