Finstergrund Stollen IV

Das Besucherbergwerk verdankt seine Bewetterung (Versorgung mit Frischluft) dem natürlichen Wetterstrom zwischen den noch offenen Abbauen des Finstergrundgangs und dem Stollen 5. Durch Temperaturunterschiede zwischen dem Inneren des Bergs und Außenluft kommt es zu einem natürlichen Luftzug (Kamineffekt), der das Bergwerk zuverlässig mit Frischluft versorgt.

 

Im Winter des Jahres 2015 wurde jedoch festgestellt, dass dieser Wetterstrom fast zum Erliegen gekommen ist, hervorgerufen durch verschüttete Rolllöcher oberhalb der Sohle von Stollen 5. Zudem ist der Zustand der restlichen Abbaue im Finstergrundgang unbekannt, aber das Vorhandensein von Bergemühlen im Bereich der Bergkuppe beim Knöpflesbrunnen erhöht die Gefahr, dass loses, rutschendes Material weitere Luftwege blockiert.

 

Eine Bewetterung des Besucherbergwerks mittels Ventilatoren wäre zwar technisch möglich, aber verbunden mit hohen Kosten in Anschaffung und Betrieb. Um dies zu verhindern ist es notwendig, den natürlichen Wetterstrom auch in der Zukunft sicher aufrecht zu erhalten. Dazu wurde das Projekt Stollen 4 ins Leben gerufen.

 

Stollen 4 liegt ungefähr 65 m oberhalb von Stollen 5 und ist mit ihm durch Abbaue und die 18 m Sohle verbunden; allerdings wurde er nach Ende der Betriebszeit durch Sprengen des Mundlochbereichs unzugänglich gemacht.

 

Seigerriss Bergwerk Finstergrund

 

Ziel ist es, den Stollen 4 bis zum Finstergrund – Erzgang zu öffnen und die Verbindung durch die Abbaue zu sichern, so dass das Besucherbergwerk dauerhaft auf diesem Wege seine frischen Wetter beziehen kann.

 

 

Verlauf der Arbeiten

 

Der erste Spatenstich erfolgte am 4.8.2016 nach erteilter Genehmigung des Landesamts für Geologie, Rohstoffe und Bergbau in Freiburg.

Dazu wurde zuerst ein Forstweg bis zur Halde von Stollen 4 verlängert und das nach Betriebsende gesprengte Mundloch aufgebaggert. Dies führte zu einer ersten Ernüchterung: Die Bergleute hatten es damals gut gemeint und den Stollen auf 20 m Länge komplett gesprengt, was aufgrund des steilen Geländes zu einer Überdeckung mit losem Material von über 15 m zur Folge hat.

 

Glücklicherweise verfügte der Bergmannsverein noch über eine ausreichende Anzahl schwerer Bergbau-Stahlprofile aus dem Kohlebergbau, die modifiziert für die sichere Abstützung in diesem Bereich eingesetzt werden konnten.

Stahlausbau

 

Der Ausbau erfolgte bis zum Erreichen des festen Felsens mit Türstöcken aus Glockenprofil, welche mit alten Leitplanken abgedeckt wurden. Im Eingangsbereich wurde auf ein Bergbau-Doppel-T Profil zurückgegriffen, das derart modifiziert wurde, um einen ausreichend großen Bereich zu schaffen, in dem Arbeitsmaterial gelagert werden kann. Seit Dezember 2016 sind die beiden, massiven Torflügel eingebaut, welche den Stollen vor unbefugtem Zutritt schützen.

 

Aktuelle Arbeiten konzentrieren sich auf das weitere Aufwältigen des Stollens. Bislang sind 45 m mit Türstöcken aus Stahl gesichert.

 

Bilder zum Stollen 4 finden Sie hier